Bauanlagen und Hochbauten

Ausgangspunkt der Stadteisenbahn war der Staatsbahnhof. Unmittelbar daneben in nördlicher Richtung erstreckte sich das Areal der Stadteisenbahn mit 2009 m Regelspurgleis und 13 Weichen sowie 3 gemauerten Rollbockgruben von 43 m, 33,7 m und 31 m Länge und dem anschließenden Schmalspurnetz von 1000 mm Spurweite. Hier gruppierten sich auch die Gebäude zweier Lokomotivschuppen (einer für zwei regelspurige und einer für sechs schmalspurige Lokomotiven) mit Reparaturwerkstatt, 3 großen Magazinen, Expeditionsräumen, dem Güterschuppen mit Verladerampe sowie dem Verwaltungsgebäude mit Wohnungen für den Betriebsleiter, den Oberführer und den Stationsdiener. 1907 kam ein Zollamtsgebäude hinzu, das der Reichsfinanzverwaltung pachtweise überlassen wurde.

Die Technik

An technischen Anlagen waren 2 Wasserkräne, ein Kran mit einer Hebekraft von 78,5 kN, eine Waage (294,3 kN Hebekraft) und eine Schmalspur-Drehscheibe vorhanden. Als nach dem ersten Weltkrieg wegen des steigenden Verkehrs weitere Lokomotiven beschafft werden mußten, baute man zwischen dem massiven Schmalspurlokomotivschuppen und einem parallel dazu liegenden Gebäude einen Holzverschlag.

Vom Stadtbahnhof ausgehend wurde durch die Straßen der Stadt Forst ein schmalspuriger Schienenweg in Form eines Ringes gezogen, der sich in 3 weitere Ringe unterteilte.

In sechs weniger belebten Straßen und im Hof der Gasanstalt lagen Ausweichen mit einer nutzbaren Länge von 60 bis 80 m. Auf dem Marktplatz und an 3 Straßenmündungen des nördlichen Stadtteils waren Gleisdreiecke angelegt.

Gleise

Nicht nur auf öffentlichen Straßen, sondern auch auf den Werkhöfen gelang es, die Gleise den örtlichen und zumeist beengten Verhältnissen anzupassen, so daß die Wagen unmittelbar an Kesselhäusern oder an Rampen bereitgestellt werden konnten.

Insgesamt schlossen sich bei der Eröffnung der Stadteisenbahn 59 Betriebe an das 17,155 km lange schmalspurige Gleisnetz an, bis 1914 waren es 80 Fabrikhöfe mit 261 Einzelfirmen. Bis 1934 ließen sich weitere 18 Betriebe einen Gleisanschluß legen. Zu dieser Zeit betrug die Streckenlänge etwa 24 km mit 113 Weichen.

Schienen

Wegen der zahlreichen Gleisbögen mit kleinem Halbmesser (bis zu 15m!) auf öffentlichen Straßen, in Fabrikeinfahrten und -höfen – die Stadteisenbahn mußte sich beim Bau der städtischen Entwicklung, die 25 Jahre zuvor abgeschlossen war, anpassen – mußte die Rillenschiene verwendet werden, zumal diese am besten den Forderungen eines guten Pflasteranschlusses entsprach. Die Schienen wurden aus Thomasstahl vom Hörder Bergwerks- und Hüttenverein geliefert und auf Beton verlegt. Die Rillenschiene (Profil 17a) wog je Meter 45 kg. Die 10 m langen Schienen waren mit Winkellaschen verbunden und im Abstand von 2,5 m mit kräftigen Spurstangen ausgestattet.

Als zulässige Achsfahrmasse konnten 9 t gestattet werden.

Die Gleisbögen wurden vom Werk bereits so geliefert, wie sie zum Einbau vorgesehen waren.