Waggon des Museumsvereins kommt seinem endgültigen Standort wieder etwas näher

Der offene Meterspurwagen des Forster Museumsvereins hat einen neuen Standort gefunden. Von seinem bisherigen Standort auf dem Betriebsgelände der Firma Mebra wechselte er in eine stillgelegte Produktionshalle der ehemaligen Textilfabrik Adolf Noack. Hier befinden sich bereits einige Textilmaschinen aus dem Bestand des sich im Umbau befindlichen Brandenburgischen Textilmuseums, die im Depot keinen Platz mehr gefunden hatten.

Für die Mitarbeiter der Spedition Rubin sowie helfende Mitglieder des Museumsvereins bedeutete der Umzug Schwerstarbeit und höchste Konzentration. Der gut 4 Tonnen schwere Güterwaggon mußte zunächst per Gabelstapler und Muskelkraft vom Tieflader ebenerdig umgesetzt werden. Anschließend wurde der Waggon um 90° gedreht und in eine Lagerhalle gezogen. Um kein Risiko mit der Traglast einzugehen, wurde der Fußboden vom Keller aus zusätzlich mit Stahlträgern abgestützt. Nur wenige Zentimeter Platz waren zwischen dem Waggon und dem Torrahmen der Einfahrt. Mittels Hubwagen konnte der Waggon in die richtige Position gedreht werden. Um den endgültigen Standort zu erreichen, mußte das über 100 Jahre alte Stück Eisenbahngeschichte im Halleninneren erneut um 90° gedreht werden. Eine schweißtreibende Arbeit für alle Helfer.

Die Halle mit den Textilmaschinen und nun dem Waggon ist Bestandteil der „Gründer- und Traumfabrik“ von Annett Dörl. Per Leihvertrag wurde der Meterspurwagen an die „Traumfabrik“-Inhaberin übergeben und kann z.B. als Kulisse für Foto-Shootings genutzt werden. Bis 1924 ist der Vertrag zunächst befristet. Nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen im Textilmuseum soll der Waggon seinen endgültigen Platz im Ausstellungskomplex zur Geschichte der Forster Stadteisenbahn finden.

Der Meterspurwagen der ehemaligen Meißner Straßenbahn, hergestellt zwischen 1905-1907 von der Firma Hoffmann in Breslau, wurde durch einen Ringtausch vom Museumsverein 2018 erworben und von Vereinsmitgliedern und regionalen Firmen aus Forst (Lausitz), Vetschau und Simmersdorf rekonstruiert. Zuvor war der Wagen von 1941 bis 2009 auf der Nordseeinsel Langeoog im Einsatz.
Die Grundsubstanz dieses historischen Güterwagens ließ eine geschichtliche Wiederherstellung durch Annäherung an historische Vorbilder solcher Meterspurwagen zu, wie sie auch bei der Forster Stadteisenbahn im Einsatz waren. 1965, zur Abschiedsfahrt der im Volksmund „Schwarze Jule“ genannten Stadteisenbahn, wurden z.B. diese Art von Güterwagen mit Sitzbänken versehen, auf denen Mitarbeiter der Stadteisenbahn Platz nahmen und anschließend durch die Innenstadt gefahren wurden.

Die nachfolgenden Fotos stellte Uwe Zeihser zur Verfügung!

© Uwe Zeihser, 2021

 

Ein weiteres Ausstellungsstück für die Präsentation der „Schwarzen Jule“

Trotz immer wiederkehrender Diskussionen in der Forster Bürgerschaft über die Bedeutung der ehemaligen Forster Stadteisenbahn und damit verbunden einer gewissen Ignoranz gegenüber einer sach- und fachgerechten Präsentation der Bahn läßt sich der Museumsverein der Stadt Forst (Lausitz) nicht davon abhalten, immer wieder an den zeitgeschichtlichen Wert und die deutschlandweite Einmaligkeit der Stadteisenbahn zu erinnern und für nachfolgende Generationen zu bewahren. .

Am vergangenen Freitag wurde bei einer kleinen Einweihungsfeier ein weiteres Puzzlestück hinzugefügt. Ein Meterspurwagen der ehemaligen Meißner Straßenbahn, hergestellt zwischen 1905-1907 von der Firma Hoffmann in Breslau, wurde in den vergangenen Monaten rekonstruiert und nun fertiggestellt. Die Grundsubstanz dieses historischen Güterwagens ließ eine geschichtliche Wiederherstellung durch Annäherung an historische Vorbilder solcher Meterspurwagen zu, wie sie auch bei der Forster Stadteisenbahn im Einsatz waren. 1965, zur Abschiedsfahrt der im Volksmund „Schwarze Jule“ genannten Stadteisenbahn, wurden z.B. diese Art von Güterwagen mit Sitzbänken versehen, auf denen Mitarbeiter der Stadteisenbahn Platz nahmen und anschließend durch die Innenstadt gefahren wurden.

Durch einen Ringtausch konnte der Museumsverein 2018 diesen Waggon erwerben. Zuvor war der Wagen von 1941 bis 2009 auf der Nordseeinsel Langeoog im Einsatz. Um den Kauf und die Rekonstruktion finanzieren zu können, wurde bei der Lokalen Aktionsgruppe Spree-Neiße e.V., die regionale kleinere Initiativen unterstützt, ein Förderantrag gestellt. Mit 4059,12 Euro, was 80% der Gesamtkosten deckt, wurde die Rekonstruktion gefördert. Die restlichen 20% wurden durch Eigenleistungen von Mitgliedern des Museumsvereins erbracht. So kamen 130 Arbeitsstunden für das Entrosten, Streichen, Isolieren, Montagearbeiten oder Einachsen zusammen. Auch für die Aufarbeitung der 4 Federpakete des Waggons in der tschechischen Dampflok-Werkstatt Żamberk übernahm der Museumsverein bare Eigenleistungen. Mit Spezialarbeiten wie Metall- und Holzbau sowie dem Transport der Radsätze wurden regionale Firmen aus Forst (Lausitz), Vetschau und Simmersdorf beauftragt. Kristian Schmidt, Vorsitzender des Museumsvereins, dankte allen beteiligten Firmen und Einzelpersonen für die in den vergangenen Wochen geleistete Arbeit.

Bis zum Umzug zum endgültigen Stellplatz auf dem Hof des Brandenburgischen Textilmuseums, wo nach dem Umbau des Museums die einzige verbliebene Lok Nr. 36 zusammen mit dem bereits auf Rollböcken aufgebockten Waggon und dem neuen Meterspurwagen denkmalgerecht präsentiert werden sollen, verbleibt der rekonstruierte Wagen auf dem Betriebsgelände der Forster Firma mebra,